Architektonischer Interferenzraum

Einführung in den architektonischen Interferenzraum

Der architektonische Interferenzraum entsteht als urbanes Phänomen in der räumlichen Überlagerung zweier oder mehrerer architektonischer Paradigmen. Ausgehend von einem erweiterten Architekturbegriff wird dabei, neben gebauten Strukturen, auch das informell Gewachsene und das geologisch Entstandene betrachtet. Überall dort, wo sich diese Architekturen überlagern, überschneiden oder überlappen, kann es zur Bildung einer räumlichen Schnittmenge kommen. Die Untersuchung des architektonischen Interferenzraums beginnt mit der Verortung und Sichtbarmachung dieser Schnittstellen.

STRATAGRIDS 2012

In diesem Beispiel erscheint die architektonische Interferenz bereits als Teil des öffentlichen Raums. Mit der Installation einer öffentlichen Stranddusche, eingebettet in die Tektonik der adriatisch-ionischen Faltenzone, bildete sich ein nach oben geöffneter Raum mit Wänden aus mindestens 65 Mio. Jahre alten Gesteinsschichten und weißen Keramikfliesen.

STRATAGRIDS 2012

Diese Fotografie zeigt eine architektonische Interferenz, die als Nebenprodukt beim Ausbau einer städtischen Infrastruktur entstanden ist. Um das, am Fluss gelegene, Stadtzentrum mit zwei bewohnten Inseln und dem anderen Flussufer zu verbinden, wurde eine mehrspurige Schnellstraße errichtet, die zum Teil als Brücke über den Fluss verläuft. Da die Brücke den Schiffsverkehr nicht blockieren durfte, musste sie an einigen Stellen eine bestimmte Höhe erreichen, sodass Schiffe unter ihr hindurch fahren konnten. Der Scheitelpunkt dieser geeigneten Erhöhung ist zugleich der Referenzpunkt für die, schon auf dem Festland beginnende, Steigung der Schnellstraße. Unterhalb der angehobenen Straße bildete sich dadurch ein offener, überdachter Raum, mit ansteigender Deckenhöhe.

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